Wertvolle Daten, effiziente Systeme

SSI Schäfer

Der Logistik-Automatisierungsanbieter SSI Schäfer will auf Basis von – in dieser Fülle noch nie dagewesenen – Daten Lagerlogistik-Systeme nicht nur optimieren, sondern auch flexibler als je zuvor machen.

In Zeiten der Digitalisierung werden die Grenzen ausgelotet, und neben den Transportlogistik-Dienstleistern gehören auch die Logistiksystem-Anbieter zu den Meistern darin, „etwas mehr“ der gesamten Wertschöpfungskette ihrer Kunden zu übernehmen. Deshalb beschäftigt SSI Schäfer IT Solutions, wie Franz Bauer-Kieslinger, Exekutive Vice President, zunehmend mit der Demand Side seiner Kunden.

Zwar gäbe es heute, wie er sagt, zahlreiche „Data-Lake-Anbieter“, aber eigentlich wolle man da selbst rein und zunehmend bei den Kunden überzeugen, dass es Sinn macht, Absatz- oder Prognosedaten SSI Schäfer zur Verfügung zu stellen. Das sei nicht immer ganz einfach, wie Bauer-Kieslinger meint. „Aus meiner Sicht ist die gesamte Digitalisierung in der Logistik rein subjektiv, aber in den intensiveren Kundengespräche liegt eigentlich der Nutzen.“ Um den Zugang zu Daten würden sich derzeit viele Gespräche drehen: „Wir müssen zeigen, dass dies für uns beide von großem Nutzen ist. “

Manche Kunden von SSI Schäfer haben weltweit 30 bis 50 Lagerstandorte, und die Aufgabe von SSI Schäfer ist es, diese hinsichtlich ihrer Bestände und dem Demand optimal zu vernetzen. Umgesetzt wird das auf der Basis einer sogenannten Enterprise Fulfillment Plattform, bei SSI Schäfer mit der hauseigenen Software WAMAS. (Die Lagerverwaltungssoftware wurde mit dem österreichischen Unternehmen Salomon Automation vor mehr als zehn Jahren vom Konzern eingekauft.) Basierend auf KI werden also alle logistischen Player, wie Bauer-Kieslinger erklärt, verkoppelt. Dafür würden aber Informationen über die logistischen Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer benötigt, sogenannte KPIs (Key Performance Indices), womit man die Leistungen der Lagerlogistik exakt messen kann. Der Kern des Systems hat die Fähigkeit zu determinieren und zu optimieren, entweder mit einer Algorithmik oder mit KI.

Die Lagerautomatisierungsprofis von SSI Schäfer sind zunehmend gefordert, auf rasch ändernde Kundenbedürfnisse einzugehen, sprich: das Design eines modernen Lagersystems muss skalierbar, veränderbar, also höchst flexibel sein. Gerade beim E-Business kommt es vor, dass sich bereits nach einem halben Jahr das Sortiment der SSI Schäfer-Kunden völlig verändert oder eben schnell mal die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Um ein automatisches Justieren der Parameter des Lagersystems zu ermöglichen, setzt SSI Schäfer auf den „Digitalen Zwilling“, laut Bauer-Kieslinger eine Notwendigkeit, um künftig Logistikanlagen effizient steuern und überwachen zu können. Und außerdem würde damit auch Expertenwissen, das sich über Jahre bei einzelnen Mitarbeitern ansammelt, bewahrt. „Der digitale Zwilling, wie ich ihn verstehe, ist das Digitale Abbild der physischen Abläufe“, erklärt er.