ÖBB Noah´s Train: Ein Zug als „Klimabotschafter“

Noah´s Train

„Empfang“ am Wiener Westbahnhof – Sowohl Bundespräsident als auch Verkehrsminister unterstützen Promotion zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene als übergeordnetes Ziel für den Umweltschutz.

Der Name „Noah’s Train“ wurde in Anlehnung auf die Geschichte der Bibel gewählt, als „älteste Geschichte des Umweltschutzes“. Ein mit Tiermotiven künstlerisch gestaltete Containerzug fährt quer durch Europa, um ein starkes Signal für den klimafreundlichen Gütertransport zu setzen. Gestartet ist Noah’s Train im Dezember 2018 während der Weltklima-Konferenz im polnischen Katowice.

Anlässlich des Zwischenstopps in Wien wurde Noah’s Train von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Norbert Hofer sowie von ÖBB CEO Andreas Matthä und den CEOs der Rail Freight Forward-Initiative feierlich am Westbahnhof Wien empfangen und wenig später auf die weitere Reise durch Europa verabschiedet. Initiiert wurde der PR-Zug von der Initiative Rail Freight Forward (RFF), einem Zusammenschluss zahlreicher europäischen Güterbahnen und Interessensvertretungen.

Vision vom klimafreundlichen Gütertransport

Rail Freight Forward ist eine gesamteuropäische Initiative. Ziel ist es der Öffentlichkeit in Österreich und Europa zu vermitteln, dass Schienengüterverkehr eine wesentliche Antwort auf die Herausforderung des Klimawandels ist. Der Verkehr ist einer der größten Verursacher der CO2-Belastung und damit des Treibhauseffektes. Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene wirkt am schnellsten gegen noch mehr CO2-Ausstoß und Klimabelastung. Durch Rail Freight Forward soll der Anteil der Schiene an Gütertransporten in Europa auf 30 % bis 2030 steigen. „Der Klimawandel bedroht unsere Gesellschaft und Wirtschaft und die Zukunft unserer Kinder. Wir müssen jetzt handeln und so viele Güter wie möglich weg von der Straße auf die Schiene bringen“, so ÖBB CEO Andreas Matthä. „Für diese Verkehrsverlagerung ist noch einiges zu tun: Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Straße. Zum Beispiel durch Steuervergünstigung für Bahnstrom und europaweite klare Mautregeln für Lkw-Transporte.“

In Wien wurde nun der österreichische Beitrag in Form von weiteren künstlerisch gestalteten Güterwaggons hinzugefügt. Noah’s Train bringt die Vision 2030 von Rail Freight Forward zum Ausdruck und unterstreicht das gemeinsame Engagement der ÖBB, Wirtschaft und Politik gegen den Klimawandel.

„Die ÖBB sind ein starker Partner für Österreich und Europa. Ihr Geschäftsmodell ist ja per se schon nachhaltig und wir verfolgen sehr gerne alle Initiativen, die vor allem im Nachhaltigkeitsbereich gesetzt werden,“ so Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Verkehr ist wirksamste Hebel, um CO2 einzusparen. In Europa wird der Transportmarkt bis 2030 nochmals um 30% wachsen. „Wir müssen alles daransetzen, dass dieses Wachstum zu großen Teilen auf der Schiene stattfindet. Österreich nimmt hier vielfach eine Vorreiterrolle in Europa wahr, von Investitionen in die Infrastruktur bis hin zu verkehrspolitischen Maßnahmen. So sind wir mit einem Modal Split von rund 30 % in Österreich Spitzenreiter in der Europäischen Union,“ erklärt Bundesminister Norbert Hofer.

„Eine der größten globalen Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte auf dem Gebiet des Umweltschutzes ist zweifellos die Reduktion des durch den Menschen verursachten Treibhauseffekts,“ bekräftigt Josef Plank, Generalsekretär im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.  „Denn ein Lkw-Transport auf der Straße verursacht in Europa 21mal mehr CO2-Abgase als ein Transport mit dem Zug, er ist rund 85-mal so unsicher, in Summe führt der Lkw-Transport dazu, dass jeder von uns im Schnitt rund 120 Stunden pro Jahr im Stau steht“, so Plank weiter.

Rail Freight Forward

Rail Freight Forward ist ein Zusammenschluss europäischer Güterbahnen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die negativen Auswirkungen des Güterverkehrs auf den Planeten und die Mobilität durch Innovation und einen intelligenteren Verkehrsmix drastisch zu reduzieren.

Der Zusammenschluss hat das Ziel, den Anteil des Schienengüterverkehrs am Modal Split bis 2030 auf 30 % zu erhöhen. Rail Freight Forward will dabei Eisenbahnunternehmen, Infrastrukturbetreiber und politische Entscheidungsträger in ganz Europa in die Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Verkehrsverlagerung einbeziehen.

Als breit angelegter und stetig wachsender Zusammenschluss von Schienengüterverkehrsunternehmen wird Rail Freight Forward von den Verbänden CER, UIC, ERFA und VDV unterstützt. Aktuell beteiligen sich BLS Cargo, CD Cargo, CFL Cargo, DB Cargo, GreenCargo, Lineas, LTE Group, Mercitalia, Ost-West Logistik, PKP Cargo, Rail Cargo Group, SBB Cargo, SNCF Logistics, ZSSK Cargo.

Rail Cargo Group: Güterverkehr der ÖBB

Mit 8.700 MitarbeiterInnen, Niederlassungen in ganz Europa und einem Jahresumsatz von 2,2 Milliarden EUR zählt die Rail Cargo Group zu den führenden Bahnlogistikunternehmen Europas. Die Rail Cargo Group betreibt gemeinsam mit starken Partnern ein flächendeckendes Netz an Door-to-door-Logistik in Europa und darüber hinaus bis Asien. Sie verbindet europäische Ballungszentren und Häfen mit prosperierenden Wirtschaftszentren Russlands, der Türkei bis nach China. Operative Leitgesellschaft der Rail Cargo Group ist die Rail Cargo Austria AG.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister

Als umfassender Mobilitätsdienstleister bringt der ÖBB Konzern jährlich 459 Millionen Fahrgäste und 115 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2017 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Konzernweit sorgen 41.107 MitarbeiterInnen bei Bahn und Bus (zusätzlich rund 1.900 Lehrlinge) dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.