Größte Herausforderung nachhaltige Transportlogistik

Foto: REWE International AG/Robert Harson

REWE International: Frische- und Convenience-Produkte erfordern mehr Kühltransporte.

Die Herausforderungen der Zukunft in Sachen Nachhaltigkeit liegen auf Nachfrage von LOGISTIK.KURIER für die REWE International AG im allgemeinen in der Senkung des Energieverbrauchs bei gleichzeitig steigenden Anforderungen im Bereich Frische und Convenience, welche mehr Transporte und mehr Kühlung erfordern. Aktuell sei die größte Herausforderung für REWE die nachhaltige Transportlogistik im Zusammenhang mit dem Thema Diesel und Feinstaub.

Artenschutz und weniger Pestizide

Mit der Initiative „Blühendes Österreich“ sollen ökologisch wertvolle Flächen zugunsten des Artenschutzes gesichert und erhalten werden. Für jedes verkaufte Produkt der Eigenmarke „Da komm‘ ich her!“ (BILLA, MERKUR und ADEG), Obst und Gemüse von „Ich bin Österreich“ (PENNY), Produkte von „MERKUR Immer grün“ sowie „bi good“ (BIPA) wird ein Cent in die Stiftung eingezahlt. Im Jahr 2017 waren das über eine Million Euro.
REWE International AG verfolgt das Ziel, die Pestizidbelastung bei Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau zu reduzieren. Zudem soll der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zurückgehen. Dafür setzt die REWE International AG seit 2003 zusammen mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 das Pestizidreduktionsprogramm (PRP) um.

Darüber hinaus ist REWE International auch ein Gründungsmitglied des „klimaaktiv pakt2020“, der vom (damaligen) Umweltministerium 2012 ins Leben gerufen wurde. Mit dieser Mitgliedschaft will REWE dazu beitragen, die österreichischen Klimaziele bis 2020 im Rahmen der EU-Vorgaben zu erfüllen beziehungsweise zu übertreffen.

Zentrallager West und LEDs

Um die  Treibhausgas-Emissionen der REWE International AG im Logistikbereich zu verringern, werden folgende Aspekte besonders gefördert: Eine hohe Auslastung der Fahrzeuge und die Reduktion der Emissionen pro Kilometer durch differenzierte Logistikkonzepte, der Einsatz effizienter Technik sowie ein angepasstes Fahrverhalten. Im Bereich der Logistik werden die Transportwege durch das Fuhrparkmanagement permanent evaluiert.

Eine wesentliche Maßnahme zur Umsetzung der Ziele war die Errichtung des Zentrallagers West, welches 2013 im oberösterreichischen Ohlsdorf in Betrieb genommen wurde. Dadurch konnten maßgebliche Transportwege optimiert werden. Eine maßgebliche Energieeinsparung brachte die komplette Umstellung auf LED-Beleuchtung im Lager Ansfelden im Jahr 2016. Anfang 2017 wurde das Zentrallager Ost in Biedermannsdorf auf LED umgestellt und seitdem wird auch der Standort Inzersdorf mit Fernwärme versorgt.

Der Eigenfuhrpark der REWE International AG umfasst rund 350 Fahrzeuge. Seit 2011 führt die REWE International AG einen Langzeittest mit drei Elektro-Hybrid-Lkw durch. Diese Fahrzeuge produzieren Antriebsstrom mittels Bremskraft und sparen dadurch bis zu 25 % an Treibstoff ein. Die Vorteile des Elektroantriebs zeigen sich nicht nur bei den vielen Start-Stopp-Vorgängen in der Stadt, sondern auch bei den stark reduzierten Lärm- und CO2-Emissionen. Seit September 2018 ist auch ein E-Lkw der Firma MAN in Wien-Inzersdorf im Einsatz. Laut REWE ist die Verfügbarkeit von E- oder Wasserstoff-Lkw noch sehr gering.