Graz startet City-Hub

GrazLog

Die Stadt Graz entwickelt mit dem Projekt GrazLog ein kooperatives City-Logistik-Modell.

In Graz begegnet die Verkehrsplanungsabteilung der Stadt auf wissenschaftlichem Lösungsweg der Logistik-Problemstellung. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das AIT (Austrian Institut of Technology), dessen Center für Mobility Systems mit dem Vorschlag eines firmenneutralen City-Logistik-Hubs Anklang fand. Kürzlich traf sich eine Gruppe diverser Einzelhändler mit der Stadtverwaltung unter Anwesenheit des Grazer Bürgermeisters, um die innovative Verkehrslösung zu diskutieren.

Bürgermeister Siegfried Nagl dazu: „Die Koordinierung der Lieferungen und der Umstieg auf umweltfreundliche Lieferfahrzeuge auf der ‚letzten Meile‘ sollen zukünftig zur Verkehrsentlastung der Grazer Innenstadt beitragen.“

Parkplatzmangel und Feinstaub

Vor allem in der Fußgängerzone der Grazer Innenstadt ist der Zustellverkehr zu Ladezeiten so dicht, dass ein Parkplatzmangel herrscht und Verkehrsbehinderungen immer öfter auftreten. Zudem stört eine zunehmende Lärm- und Feinstaubbelastung das Stadtbild. Aufgrund der Beckenlage der Stadt sammelt sich Luftschadstoffe an und führen zu häufigen Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte.

Installiert wird ein City-Hub, in dem die An- als auch Ablieferung von Waren und Paketen von mehreren Logistikdienstleistern abgewickelt wird. Dazu sind vereinbarte Zeitfenster und eine digital optimierte Tourenplanung vorgesehen. Außerdem sollen zusätzliche Serviceangebote, wie Paketboxen oder die Paketabgabe am Hub getestet werden. Für den Transport auf der letzten Meile will man Lastenfahrräder und Elektrofahrzeuge einsetzen.

Kooperations- und Sharingmodell

In Graz wird auch in den kommenden Jahren ein starker Bevölkerungsanstieg prognostiziert. Damit verbunden sind Herausforderungen, um den Wohlstand und die Lebensqualität zu erhalten beziehungsweise weiter ausbauen zu können. Im Bereich der City-Logistik will man neue Wege gegen und durch innovative Konzepte weniger Schwerverkehr in der Innenstadt zulassen. „Weniger Lärm, Abgase und parkende Lieferfahrzeuge attraktivieren den Standort Innenstadt für Wirtschaft und BesucherInnen gleichermaßen“, so Nagl.

Das AIT arbeitet in Graz an einem Kooperations-, Koordinations- und Sharingmodell. Parallele Strukturen einzelner Paketdienstleister sollen damit abgebaut und damit eine effizientere und nachhaltige Lieferung gewährleistet werden.

Der Prozess einer umfassenden Evaluierung des Projektteams, in dem neben der Stadt Graz und dem AIT weiters die TU Graz, Prime Software und die Rechtsanwaltskanzlei Eisenberger & Herzog eingebunden sind, ist bereits im Gange. Gefördert wird das Projekt vom BMVIT.