Fahrermangel als Bedrohung für die Transportbranche

CEO Johannes Hödlmayr

Hödlmayr warnt vor „Bremsklotz“ für die Wirtschaft: Berufsbild Lkw-Fahrer muss wieder attraktiver werden.

Den eklatanten Mangel an qualifizierten Lkw-Fahrern sieht Hödlmayr nicht nur als Gefahr für die Branche, sondern als möglichen „Bremsklotz“ für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Für den CEO Johannes Hödlmayr müssen ehestmöglich Weichenstellungen getroffen werden, die der weiteren Verschärfung der Situation durch die gefährdende Altersstruktur entgegenwirken. „Wenn es nicht rasch gelingt, mehr Menschen dazu zu bewegen, diesen Beruf zu erlernen und auszuüben, stehen wir mittelfristig vor einem echten Fiasko. Keine Wirtschaft der Welt kann sich ohne funktionierende Logistik gut entwickeln“, so Hödlmayr. Für den langjährigen Branchenexperten ist ein ganzes Maßnahmenpaket notwendig, um die Attraktivität des Berufes wieder zu heben. Dies betrifft natürlich auch finanzielle Anreize. Ein Faktum, das von vielen Kunden einfach ignoriert wird. „Auch in der Logistik herrschen die unumstößlichen Marktgesetze von Angebot und Nachfrage. Jeder Engpass und Mangel führt letztendlich zu einem höheren Preis der nachgefragten Leistung“, betont Hödlmayr.

Neben rein wirtschaftlichen Aspekten gibt es aber auch andere Ansatzpunkte für Verbesserungen – etwa das Ansehen des Berufsbildes, die Akzeptanz der Fahrer und die Arbeitsbedingungen. „Wenn man die Fahrer etwa bei Anlieferung von Produkten stundenlang warten lässt, ohne die Möglichkeit der Benutzung einer Toilette zu bieten, ist dies nicht gerade wertschätzend. Hier kann sowohl bei den Logistikunternehmen als auch bei deren Kunden noch an etlichen Stellschrauben gedreht werden, um die Situation zu verbessern.“ Ebenso erwartet er sich vom neuen Verkehrsminister einen Aktionsplan, um das Image der Branche zu verbessern.

Hödlmayr selbst sucht nach einer erfolgreichen 2017er-Bilanz dringend 52 Lkw-Fahrer.