Die Kraft der Marke

Leitbetriebe_Austria_Rintersbacher

Welche Bedeutung haben Marken für die Logistikbranche? Diese Frage stellten wir Monica Rintersbacher von Leitbetriebe Austria.

Eine Marke ist weit mehr als nur ein Wiederkennungsmerkmal. Auch Leitbetriebe Austria ist für sich genommen eine Marke. Diese repräsentiert überdurchschnittlich erfolgreiche Unternehmen, die nicht nur profitabel sind, eine hohe Eigenkapitalquote und überdurchschnittliche Marktanteile aufweisen, sondern die auch Internationalität, soziale und ökologische Verantwortung „leben“. Laut Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin der Leitbetreibe Austria verfolgen die als Leitbetriebe Austria zertifizierten Unternehmen CSR-Aktivitäten (Corporate Social Responsibility; Anmerkung). Die Unternehmen halten sich an einen Haltungscodex, der beispielweise ein wertschätzendes Miteinander, Vertrauen und Respekt oder Verantwortung, alles in allem aber eine Vorbildwirkung signalisiert. Das Leitbetriebe Institut prüft die Qualifikationskriterien mit einem Scoring-Verfahren alle zwei Jahre. Überprüft wird dabei – grob erklärt – die wirtschaftliche Situation, Marktpositionierung und die Bereitschaft der Unternehmen zu Nachhaltigkeits- und CSR-Aktivitäten.

Was leisten Logistikmarken?

Laut Experten ist Markenbildung ein langfristiger Prozess, der fünf bis zehn Jahre benötigt. Dabei gilt es, Mehrwerte herauszuarbeiten und sich von Mitbewerbern abzuheben und die Kundenbindung zu steigern. Bei einer starken Marke entsteht ein klares Bild der Marke und wofür sie steht, und hier kommen auch positive Gefühle ins Spiel. Emotionale Werte in die Markenbotschaft einzubauen, kann helfen aus gelegentlichen Kunden loyale Kunden zu machen und das Unternehmen nachhaltig als Marke zu etablieren.

In der Transportlogistik sind die Unterschiede der gebotenen Leistungen vorab nicht auf den ersten Blick zu erkennen, sehr wohl aber an der Art der Ausführung. „Speziell in der Logistik ist es wichtig, eine positiv geladene und qualitätsvolle Marke zu haben“, so Rintersbacher dazu. Und das funktioniere nur, wenn ein Unternehmen eine Leistung, die es verspricht, einhält, „und vielleicht ein bisschen darüber hinaus“. In der Logistik spiele das Thema aktuell eine zunehmend wichtige Rolle für das Employer Branding. Der Kampf um die besten Mitarbeiter lässt sich mit einer positiven Marke leichter bestreiten. „Eine starke Marke lockt starke Mitarbeiter“, so der Tenor aus der Branche (Zitat der Logistikweisen Hamburg).

Laut Rintersbacher würden Leitbetriebe allerdings nicht nur im Umgang mit Kunden und Mitarbeiter Maßstäbe setzen, sondern auch im Umgang mit Ihren Stakeholdern und Lieferanten.

Image der Branche?

Um an großen Ausschreibungen teilnehmen zu können, sind bestimmte Qualitätskriterien Voraussetzung, betont Rintersbacher. „Das wird oft wenig betont, dass dann der beste Preis entscheidet ist auch klar.“ Kritik gäbe es laut Rintersbacher öfter von manchen „mittelständischen Logistikern“, die nicht zum Zug kämen. Aber die Big Player der Szene hätten eben erstens mehr Auflagen zu erfüllen und zweitens ein breiteres Spektrum an Erfahrung. Überhaupt macht sie einen „Kampf der großen und der mittelständischen Logistiker untereinander“ aus. „Diejenigen, die sich für Qualität und professionelle Abwicklung einsetzen, die können sich aber auch gewisse Preisspitzen leisten, weil sie das mit anderen Projekten wieder kompensieren. Mittelständische Logistiker sehen ihre Spezifikation mehr in Nischen und bauen ihre Kompetenz- und Geschäftsfelder weiter in diesen Bereichen aus. Hier sind alsdann sie die Champions!“

Starke Marken seien in der Logistik auch deshalb wichtig, um ein positives Image, das durch wenige schwarze Schafe leider immer wieder beschädigt werde, aufrechtzuerhalten. „Ich finde es wichtig, dass diese Unternehmen ständig an ihrem positiven Image arbeiten, indem sie zeigen, dass sie ein guter Arbeitgeber, ein vertrauensvoller Lieferant, der pünktlich und qualitätsvoll liefert, sind, oder damit, dass sie sich manchmal auch bei sozialen Projekten engagieren“, so Rintersbacher weiter.

Neben sozialen Themen seien aktuell auch ökologische hoch im Kurs, fortschrittliche, bestens gewartete Transportmittel, Nachhaltigkeit, eine verstärkte Nutzung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie etwa der Bahn oder interkulturelle Themen wie Diversifikation. In Summe gehe es darum, Vordenker zu sein und eine Vorbildwirkung zu haben.

„Es ist ganz wichtig, dass man nicht eine Marke für die Arbeitgeber und eine für die Kunden oder Lieferanten gestaltet, sondern, dass die Unternehmensmarke ganzheitlich für sich spricht.“

Mag. Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin LBA Leitbetriebe Austria GmbH