Aus dem Zukunftslabor

Die Digitalisierung schreitet auch in der Logistik voran und erleichtert den Informationsaustausch mit Fahrern

Sogenannte No-Code-Plattformen und andere unterstützende digitale Lösungen können dabei helfen, Prozesse im Arbeitsalltag zu optimieren. Ersteres sind Online-Baukastensysteme, die vordefinierte Elemente zum einfachen und schnellen Erstellen von digitalen Anwendungen bereithalten. Auch ohne tiefergehende IT-Kenntnisse können Mitarbeiter selbstständig analoge Prozesse ohne Programmieraufwand digitalisieren. Auch im Dachser-Austria-Netzwerk sind diese und andere digitale Helfer im Einsatz.

No-Code-Plattformen setzen beim User keinerlei Programmier-Kenntnisse voraus, dieser muss lediglich die Prozesse kennen und eine gewisse Affinität für digitale Lösungen haben. Die Plattformen werden vor allem für die Gestaltung von Website-Anwendungen und mobilen Applikationen genutzt. Da immer mehr motivierte Mitarbeiter ihre digitale Kompetenz steigern, gehen Marktforscher davon aus, dass sich in Zukunft die Zahl der Anwendungsentwicklungen auf Basis von No- bzw. Low-Code Systemen rasant entwickeln wird.

Citizen Development  Auch bei Dachser sind No- bzw. Low-Code-Plattformen im Einsatz. Diese werden im Dachser-Netzwerk genutzt, um digitale Prototypen zu entwickeln und kleinere Prozesse direkt in einzelnen Niederlassungen zu digitalisieren. Diese dezentrale Befähigung entlastet die Entwicklungskapazitäten in der IT und motiviert die Mitarbeiter, selbständig analogen Herausforderungen zu begegnen und Prozesse zu optimieren.

Digitaler Helfer „Pocketalk“  Neben den genannten Baukastensystemen nutzt Dachser auch andere digitale Helfer. So wurde im Rahmen des Idea2net Projekts Digital Documents das Übersetzungsgadget Pocketalk eingeführt, das eine Eingabesprache in eine von 113 Ausgabesprachen in Echtzeit übersetzen kann.

Pocketalk gibt je nach Zielsprache das Ergebnis akustisch aus und/oder zeigt es auf dem Display an. Es ist zwischenzeitlich in zahlreichen Dachser-Niederlassungen in Europa im Einsatz. Ebenso wird das Gadget bei Dachser Austria im Logistikzentrum Wien in Himberg, in der Niederlassung Graz in Wundschuh und im Logistikzentrum Linz in Hörsching eingesetzt. In der direkten Kommunikation mit den Fahrern an den Fahrertresen ist es eine hilfreiche Unterstützung im täglichen Informationsaustausch. „Wir sehen das Pocketalk als nützliche und erleichternde Hilfe unserer Mitarbeiter in der Verständigung mit den Fahrern, deren Muttersprache oft nicht Deutsch ist. Missverständnissen kann so vorgebeugt werden“, erklärt Günter Hirschbeck, Managing Director European Logistics Austria.